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Mittwoch, 30. April 2014

Peter Wawerzinek

Aufgrund meiner Liebe zum Meer (s.a. meine Gedichte Meereszyklus) hier nun eine Textstelle von Peter Wawerzinek, die mir sehr gut gefällt.
"Meine Haut war vom Sand blankgerieben. In meinen Knochen rauschte das Meer. Meine Hände waren auf dem Rücken gerifft. Hinter der Ohren wuchs mir türkises Moos. Meine Lippen schmeckten nach Salz. Meine Füße gingen im Schaum. Die Gischt war bisweilen wie Eigelb getönt. Ich trug die Wolken als Schmuck auf dem Kopf. Mein war der Sterne Wimmern. Mir galt der totenstille Teil der Nacht. Ich vernahm die Schreie der Versunkenen aus der Meerestiefe. Ich hielt gestrandete Quallen in meinen Armen und wiegte sie in den ewigen Schlaf. Das Böse schlug wie Wellen auf mich ein und glitt mir wie Wasser den Buckel herunter."

aus: Peter Wawerzinek - Das Kind das ich war

Sonntag, 23. Dezember 2012

Geschichte meiner Erfahrung

Ein Mann hat eine Erfahrung gemacht, jetzt sucht er die Geschichte dazu - man kann nicht leben mit einer Erfahrung, die ohne Geschichte bleibt, scheint es, und manchmal stellte ich mir vor, ein andrer habe genau die Geschichte meiner Erfahrung ...

aus: Mein Name sei Gantenbein, Max Frisch

Sonntag, 18. Dezember 2011

Sylvia Plath - Quetschung (Contusion)

Farbe flutet dorthin, ein mattes Purpur.
Der übrige Körper ist ganz verwaschen,
Die Farbe von Perlen.

In einem Felsloch
Saugt das Meer besessen:
Eine Höhlung die Angel des ganzen Meeres.

Fliegengroß
kriecht das Todeszeichen
die Wand hinunter.

Das Herz fällt zu,
Das Meer gleitet zurück,
Die Spiegel sind verhangen.


Und zum Vergleich hier noch die  englische Original-Version:

Colour floods to the spot, dull purple.
The rest of the body is all washed out,
the colour of pearl.

In a pit of rock
The sea sucks obsessively,
One hollow the whole sea's pivot.

The size of a fly,
The doom mark
Crawls down the wall.

The heart shuts,
The sea slides back,
The mirrors are sheeted.


aus: Sylvia Plath, Ariel

Mittwoch, 7. September 2011

Tübinger Fundstücke


Seit kurzem habe ich eine neue Liebe - eine gefährliche Liebe - in Gestalt einer Stadt - nämlich Tübingen. Ich war schon öfter dort, auch als wir noch im Ruhrgebiet gewohnt haben, aber scheinbar immer zur falschen Jahreszeit und meist an Sonntagen. Als kalt und abweisend hatte ich Tübingen in Erinnerung und nun .... ich bin begeistert und besonders haben es mir die vielen, kleinen Antiquariate angetan. Ich versuche mich zu beherrschen, aber ... vergebens ...

So, hier also meine Neuzugänge (in der Reihenfolge ihrer Entdeckung):

- Siri Hustvedt - Being a Man - Essays
- Umberto Eco - Die Suche nach der vollkommenen Sprache
- Kakuzo Okakura - Das Buch vom Tee
- Portugiesische Briefe (übertragen von Rainer M. Rilke)
- Robert Walser - Der Spaziergang (Hörbuch)
- In irrer Gesellschaft - Verständigungstexte über Psychotherapie und Psychiatrie (mal ein "Sachbuch")
- Omar-i Chayyam - Ein Wirtshaus im Jenseits (schlechter Titel aber lesenswert) - Persische Weingedichte
- Hedy Kempny / Arthur Schnitzler - das Mädchen mit den dreizehn Seelen (Briefe und Tagebuchblätter)

... und im Anschluss ein Auszug aus dem zuerst genannten Buch von Siri Hustvedt :

"Wir alle legen einen Weg zurück, der vom relativ unbewussten und bruchstückhaften Zustand der Kindheit zu einem funktionierenden verinnerlichten Selbstbild und zu einem bewussten, gegliederten "Ich" innerhalb der Sprachstrukturen führt. Niemand hat tatsächlich Erinnerungen an ein intrauterines Leben oder an die frühe Kindheit, aber wir haben diese Erfahrungen trotzdem gemacht, und Spuren aus dieser schwebenden, undifferenzierten Welt bleiben in uns und suchen uns sogar im Alltag heim: in Furcht und Angst, in Sehnsüchten, beim Sex, im Schlaf und als namenlose Sorgen. Sie ist Teil eines uns größtenteils verborgenen körperlichen Lebens, und nichts ist dieser frühen Erfahrung ferner als der Versuch, diese Realität oder irgendeine Version davon in das Schreiben einzuschreiben. Und doch glaube ich, dass es das war, wohin es Dickens zog, zu diesem bruchstückhaften, ungeformten Raum, oder woran ich oft als das Darunter gedacht habe. In Halluzinationen, in Psychosen, bei verschiedenen Formen von Hirnschäden, in Träumen und in manchen Augenblicken künstlerischen Schaffens scheint das Darunter brüllend an die Oberfläche zu treten: Ganze Bilder zerfallen, und die Zeit ist unterbrochen. Diese Geschichte, die wir das Selbst nennen und als Ich artikulieren, sagt und Dickens, ist geladen und brüchig, und wir müssen kämpfen, um sie zusammenzuhalten."

(Hustvedt, Siri; Being a Man (Charles Dickens und das kranke Bruchstück - Die Magie der Fiktion), S. 145f)

Donnerstag, 7. Juli 2011

Stunde der Selbstverengung ...

"In der Stunde der Selbstverengung, wenn mich die Empfindsamkeit in die Isolation und die Isolation in den Hochmut treibt, gehe ich in das Café Heimatland und schaue der Kellnerin bei der Arbeit zu. Die Frau weiß nicht, dass sie mich ins Leben zurückholt und dass ich nur deswegen ins Café Heimatland gehe. ..."
 Wilhelm Genazino - Der Fleck, die Jacke, die Zimmer, der Schmerz

Mittwoch, 4. Mai 2011

Seelenleben

"... Wenig später drängt mir die Eigenart des Lebens eine innere Stummheit auf. Ich höre jetzt nur noch das Wehklagen meiner ratlosen Seele. Sie möchte gern etwas erleben, was ihrer Zartheit entspricht, und nicht immerzu dem Zwangsabonnement der Wirklichkeit ausgeliefert sein. Ich beschwichtige meine Seele und schaue mich nach geeigneten Ersatzerlebnissen um. Aber die Wirklichkeit ist knauserig und weist das Begehren meiner Seele ab. ..."
Wilhelm Genazino - Das Glück in glücksfernen Zeiten

Dienstag, 19. April 2011

Völlig losgelöst

Wie wunderbar sind Inseln! Inseln im Unendlichen wie diese, auf die ich mich zurückgezogen habe, Inseln von unabsehbarem Wasser umschlossen, ohne verbindende Brücken, Kabel oder Telefone. Eine Insel fernab der Welt und ihrem Getriebe. Inseln inmitten der Zeit wie meine kurzen Ferien. Vergangenheit und Zukunft sind abgeschnitten: Nur die Gegenwart bleibt. Das Dasein im Jetzt verleiht dem Inselleben äußerste Intensität und Reinheit. Wie ein Kind oder ein Heiliger lebt man in der Unmittelbarkeit des Hier und Heute. Jeder Tag, jede Handlung ist eine Insel, von Zeit und Raum umspült und in sich geschlossen wie eine Insel. Auch die Menschen werden in dieser Atmosphäre zu Inseln, in sich gestillt, unversehrt und heiter-gelassen. Sie achten die Einsamkeit des anderen, dringen nicht an seine Küsten, machen ehrfürchtig halt vor dem Wunder eines anderen Individuums. "Kein Mensch ist eine Insel", hat John Donne gesagt. Ich glaube, daß wir alle Inseln sind - in einem gemeinsamen Meer.

Anne Morrow Lindbergh - Völlig losgelöst, Auszug aus: Muscheln in meiner Hand - wiederum in: Meer Geschichten (dtv, S. 213)

Samstag, 25. Dezember 2010

Im Knacks ...

"Im Knacks schlägt sich eine Erfahrung nieder, die amorph besteht, aber nicht als Gegenstand erkannt wird. Will man die Bauprinzipien, nach denen sich Persönlichkeiten bilden - also diese Kette von Ereignissen, aus der man die Plausibilität des Charakters ableitet und diesen auch entschuldigt - , verlassen, kommt man auf die andere Seite. Dann entdeckt man die Unmerklichkeit von Prozessen des Übergangs, der Disqualifizierung, des Nicht-mehr-Seins, des Lebensentzugs, des Brechens, der Enttäuschung, des Maschine-Werdens oder der gestörten Effiziens - man muss den Blick ändern, um zu bemerken, wie aus dem Nicht-Ich diese Ich heraustritt, sich durch all dieses Unpersönliche hindurch rettet. ..."

Roger Willemsen - Der Knacks

Donnerstag, 21. Oktober 2010

...Fische

"Heute frage ich mich, ob es einen einzigen Fisch gibt, der gestorben ist, weil er alt war und nicht weiter wollte. Und wie geht das vor sich, wenn ein Fisch nach Art der Fische stirbt? Sucht er dann den Grund des Meeres auf und legt sich nieder? Oder Wie? Ich bin sicher, es gibt keinen einzigen Fisch, in allen Meeren nicht, der wie ein Fisch gestorben ist. Sie wissen nicht einmal, daß sie immer nur von einem Tag zum anderen leben. Deswegen sehen sie auch als Tote so hellwach und alarmiert aus. Auch jetzt wieder! Die offenen Kiemen! Die aufgerissenen Augen! Die schnappend geöffneten Lippen!"
Wilhelm Genazino - Die Obdachlosigkeit der Fische

Vielleicht ist es auch deswegen so schön und befriedigend Fische zu malen. Hier der Link zu einer meiner Fischzeiten.

Montag, 13. September 2010

Kastanienübergabe

"An einem Herbsttag war ich in einer Kastanienallee unterwegs. Es ging gegen Mittag zu, die Sonne schien schwach. In der Allee waren nur wenige Menschen unterwegs, außer mir nur ein älteres Paar und eine Mutter mit ihrem Kleinkind. Der Kinderwagen der Mutter war leer, denn das Kind lief freudig umher. Die Lust am Gehen war groß, weil der Weg übersät war mit schönen großen Kastanienblättern und frisch entschlüpften oder halb entschlüpften Kastanien. Gibt es etwas Glanzvolleres als eine Kastanie, die sich in der Soeben geöffneten Schale zeigt? Schon Kinder fangen an zu sammeln; es ist, als hätten sie schon frühzeitig eine Ahnung, wo sich Poesie zeigt. Die Mutter hatte sich auf einer Bank niedergelassen und betrachtete die Hingabe ihres Kindes. Das Kind hatte einen Drang, die frisch gefundenen Kastanien seiner Mutter zu bringen, die sie sorgfältig aufbewahrte. Eine Weile dachte ich, die Lust des Kindes geht von der Glätte und vielleicht auch von der Kühle der Kastanien aus. Aber dann sah ich, daß es für das Kind (sozusagen) ein festlicher Augenblick war, wenn es vor seiner Mutter erschien und ihr eine neue Kastanie in den Schoß legte. Nach einige Zeit war ich sicher, daß nicht die Glätte und nicht die Kühle der Kastanien der ausschlaggebende Punkt war, sondern der hell schimmernde Glanz auf jeder einzelnen Kastanie, ihre polierte und wie glatt geriebene Außenhülle. Im Augenblick einer Kastanienübergabe glänzten auch die Augen des Kindes und die der Mutter. Vermutlich war dieses Glänzen der Grund warum mir eine Formulierung von Freud wieder einfiel, von deren Wahrheit ich seit der ersten Lektüre überzeugt bin. Freud schreibt, der Grund - oder der Anlaß - für das Gelingen einer befriedigend narzißtischen Beziehung zwischen Mutter und Kind sei der wiederkehrende >>Glanz im Auge der Mutter<<. Das Kinde liegt an der Brust, es trinkt und schaut von Zeit zu Zeit in die Höhe - und was sieht es? - es sieht den Glanz im Auge der Mutter."
aus: Wilhelm Genazino, Die Belebung der toten Winkel, Franfurter Poetikvorlesungen/Hanser, S. 19f

Ein kleines Ölbild meiner ersten Kastanie aus diesem Jahr und was es mit ihr auf sich hat findet sich hier. :-)

Mittwoch, 1. September 2010

Gelehrsamkeit der Sensibiliät

"Es gibt eine Gelehrsamkeit der Erkenntnis, die im eigentlichen Sinne das ist, was man Gelehrsamkeit nennt, und eine Gelehrsamkeit des Verstandes, die das ist, was man Kultur nennt. Es gibt aber auch eine Gelehrsamkeit der Sensibiliät.
Die Gelehrsamkeit der Sensibiliät hat nichts zu tun mit der Lebenserfahrung. Die Lebenserfahrung lehrt uns nichts, so wie die Geschichte über nichts informiert. Die wahre Erfahrung besteht darin, den Kontakt mit der Wirklichkeit einzuschränken und die Analyse dieses Kontakts zu verstärken. Sie gelangt die Sensibilität in die Breite und in die Tiefe, weil alles in uns liegt; es genügt, daß wir es suchen und zu suchen verstehen."
Fernando Pessoa - Das Buch der Unruhe (389)

Montag, 16. August 2010

Ich - Geschichten

"Es ist nicht die Zeit für Ich – Geschichten. Und doch vollzieht sich das menschliche Leben oder verfehlt sich am einzelnen Ich, nirgends sonst."
Max Frisch - Mein Name sei Gantenbein

Montag, 26. Juli 2010

... frei vom Schmutz der Form

"Einmal im Monat spülen die Mönche die Druckstöcke … Allerdings schmutzig sind nicht die Hölzer, verunreinigt ist die Tinte.Bevor sie auf Papier kam, war sie frei vom Schmutz der Form. War ohne Linien, ohne Grenzen. War rein wie die Rede der Gottheit. War Schau des Tausendfältigen."
Dimitri Ladischensky – Mare No.37

Montag, 19. Juli 2010

sonderzüge für umsiedler

fahrplan-anordnung nr. 587 der generaldirektion der ostbahn vom 15. september 1942: >>sonderzüge für umsiedler<<

9228 von sedzszwo nach treblinka
9229 leerzug
9230 von szydlowiec nach treblinka
9231 leerzug
9232 von sydlowiec nach treblinka
9233 leerzug
9234 von kosienice nach treblinka
9235 leerzug
epitaph (3). 1986
Heimrad Bäcker - aus: Visuelle Poesie

Sonntag, 11. Juli 2010

Spiegelungen

"Es gibt keinen Spiegel, der uns selber als äußere Wesen zeigen könnte, weil es keinen Spiegel gibt, der uns aus uns selbst herausziehen könnte."
Fernando Pessoa - Das Buch der Unruhe

Dienstag, 29. Juni 2010

... über das Schreiben

"Ich gehe beim Schreiben nicht über meine Arbeit, wie es der peinlich sorgfältige Fraenkel mit seinen Zeichnungen tut, sondern ich erobere immer wieder neuen Boden, bis ich die Ebene des exakten Ausdrucks erreicht habe; ich lasse alles Tasten und Probieren sein, führe es aber in einer Art spiralförmiger Umschreibung aufwärts, bis es zu einem soliden Unterbau oder einem Gerüst geworden ist, je nachdem. Und dies ist, fällt mir auf, genau das Ritual des Lebens, wie es ein Mensch praktiziert, der sich entwickelt. Er kehrt, bildlich gesprochen, nicht zurück, um seine Irrtümer und Fehler zu korrigieren; er transponiert sie, konvertiert sie zu Tugenden. Er macht Flügel aus seinen toten Larvenhüllen."
Henry Miller - Malen ist Lieben

Und hier geht es zu meinem Portrait von Henry Miller. Eine kleine Lobpreisung sozusagen. Ob es ihm gefallen würde?

Montag, 21. Juni 2010

Oxford: Just talking oder Über die Wirkung von Worten

"Eingegossen und eingeschlossen in den Bleirahmen der britischen Höflichkeitsfloskeln, redeten die Leute perfekt aneinander vorbei. Pausenlos sagten sie, daß sie einander verstünden, einander antworteten. Doch es war nicht so. Niemand, kein einziger der Diskutanten, zeigte das geringste Anzeichen eines Sinneswandels angesichts der vorgebrachten Gründe. Und plötzlich, mit einem Erschrecken, das ich sogar im Leib spürte, wurde mir klar: So ist es immer. Einem anderen etwas sagen: Wie kann man erwarten, daß es etwas bewirkt? Der Strom der Gedanken, Bilder und Gefühle, der jederzeit durch uns hindurchfließt, er hat eine solche Wucht, dieser reißende Strom, daß es ein Wunder wäre, wenn er nicht alle Worte, die jemand anderes zu uns sagt, einfach wegschwemmte und dem Vergessen übereignete, wenn sie nicht zufällig, ganz und gar zufällig, zu den eigenen Worten passen. Geht es mir anders?, dachte ich. Habe ich je einem anderen wirklich zugehört? Ihn mit seinem Worten in mich hineingelassen, so daß mein innerer Strom umgeleitet worden wäre?"
Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon

Donnerstag, 10. Juni 2010

... Widersprüche

"Und ich befürchte keineswegs, mir zu widersprechen, denn ich weiß, daß die Widersprüche nur das Gestammel, eine Sprache darstellen, die ihren Gegenstand noch nicht zu erfassen vermag. Ein jeder, der Widerspruch fürchtet und logisch bleibt, tötet in sich das Leben (ein jeder, der nicht den schmerzhaften Versuch macht, diese Wachstumskrankheit zu überwinden; ein jeder, der es ablehnt Geburtshelfer zu sein), ein jeder, der in seinem Inneren das dunkle Werden fürchtet, das ihn mit dem Weltall verbindet – einem Weltall, das sich noch nicht formulieren läßt, da ja die beschränkte Sprache es nur tastend erfassen kann, wobei sie hier ein Stück Wand, dort eine Kante, dort einen Sockel, nicht aber die mächtige Kathedrale entdeckt, die mehr ist als die Stoffe – ein jeder, der nur die Formel sucht, nur das Formulierbare verwendet, ist bereits ein Toter."
Antoine der Saint-Exupery - Carnets

Donnerstag, 3. Juni 2010

Sensibilität

"Die Welt gehört demjenigen, der nicht fühlt. Die wesentliche Vorbedingung, um ein praktischer Mensch zu sein, ist ein Mangel an Sensibilität. Die beste Vorbedingung für die Praxis des Lebens ist die Triebkraft, die zum Handeln führt, das heißt der Wille. Nun gibt es aber zwei Dinge, die das Handeln beeinträchtigen - die Sensibilität und das analytische Denken, das letztlich nichts anderes ist als ein Denken mit der Sensibilität." 
Fernando Pessoa - Das Buch der Unruhe

Sonntag, 30. Mai 2010

Innenansicht

Wie ich finde ein sehr lesenswertes Buch!

"… plumps! mein gehirn platscht aus meinem kopf! ich bin kein bißchen erstaunt, nicht im geringsten schockiert! ich besichtige meine granulationes arachnoidales und die verzweigung der a. meningea media. eine köstliche indiskretion!"

Gerhard Roth - aus: Die Autobiographie des Albert Einstein