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Montag, 16. Mai 2011

Buchvorstellung 10 - Henry Miller - Die Kunst des Lesens (Ein Leben mit Büchern)



Als nach wie vor begeisterte Leserin von Henry Miller ist dieses kleine Bändchen natürlich eines meiner Lieblinge. Damals, es mag vor mehr als 15 Jahren gewesen sein, war es gar nicht so einfach an eine Ausgabe zu kommen, die weder zerfleddert ist, noch unangebrachte Anmerkungen oder sonstige Krakeleien enthält.
Wie auch die anderen Bände meiner HVM-Sammlung, so schaue ich auch in "Die Kunst des Lesens" dann und wann hinein und finde immer etwas, das mich anspricht und mir Lust macht, etwas von diesem oder jenem Schriftsteller (z.B. Hamsun) bzw. dieser/jener Schriftstellerin zu lesen. Es gefällt mir, dass es nur ein schmales Bändchen ist, die meisten dicken Wälzer sind mir eher suspekt und ich kenne kaum ein "umfangreiches" Buch, das durchgängig lesenswert wäre - aber ich lasse mich gerne bekehren.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort (des Herausgebers und von HVM)
I. Sie waren lebendig und sie sprachen mit mir
II. Frühe Lektüre
III. Blaise Cendrars
IV. Jean Giono
V. Brief an Pierre Lesdain

Anhang:
1. Die hundert Bücher, die mich am stärksten beeinflussten
2. Bücher, die ich noch lesen möchte

Über den Verfasser 

Personenregister und Verzeichnis der erwähnten Bücher

aus dem Inhalt (S.94):
"Lassen Sie mich dem hinzufügen: als ich einigen mir befreundeten Buchhändlern die Bücher aufgab, die ich gern haben wollte, erhielt ich als Rückantwort von allen im wesentlichen die gleiche unverlangte Ohrfeige: << Noch nie einen solchen phantastischen Mischmasch von Titeln gesehen! >> Als hätte ich bei der Auswahl aus allen Büchern, die ich in den letzten vierzig Jahren gelesen habe, für sie eine bestimmte ansprechende und verständliche Reihenfolge von Titeln zusammenstellen wollen! Wo sie ein Tohuwabohu erblickten, sehe ich Ordnung und Sinn. Meine Ordnung, meinen Sinn. Meinen inneren geistigen Zusammenhang. Wer kann mir sagen, was ich hätte lesen sollen und in welcher Reihenfolge; Wie unsinnig! Je mehr ich meine Vergangenheit ins Licht hebe, so wie sie sich durch die Bücher, die ich gelesen habe, selbst darbietet, desto stärkere Logik, desto größere Ordnung, desto strengere Zucht entdecke ich in meinem Leben. Selbst wenn es wie Sumpfland erscheint, stets trägt das eigene Leben einen tiefen Sinn in sich."

Mittwoch, 3. November 2010

Arno Grün ...

zitiert Henry Miller:
"Wir sind so ‚gesund‘, daß, würden wir uns selbst auf der Straße begegnen, wir uns nicht erkennen würden, weil uns ein Selbst gegenübersteht, das uns Angst macht."
Arno Grün - Der Fremde in uns

Montag, 11. Oktober 2010

...im Zickzack

"Wenn ich an mich zurückdenke, sehe ich nicht ein Ich. Ich sehe viele. Manchmal bin ich erstaunt über ein bestimmtes Ich, das ich offenbare. Wir sind nicht immer ein einziges Ich. Wir machen keine Evolution durch, die immer hübsch vorwärts- und aufwärtsgeht. Es geht im Zickzack, auf und ab."
Henry Miller - Mein Leben und meine Welt

Freitag, 20. August 2010

Buchvorstelllung 04 - Brassai: Henry Miller, Happy Rock



Ein weiteres meiner Lieblingsbücher. Als Fan von Henry Miller hatte ich damals schon bald all auf deutsch erhältlichen Bücher gelesen und habe dann begonnen mir die bisher noch nicht ins Deutsche übersetzen Bücher heraus zu suchen. "Happy Rock" gehört(e?) dazu. Geschrieben wurde es von Brassai, es sind Gespräche vornehmlich zwischen den beiden über einen Zeitraum von 20 Jahren (1953-1973). Ich finde dies Buch gibt einen sehr lebendigen Eindruck von Henry Miller wieder und ist ein Muss für alle Fans von ihm. Also, viel Spaß beim lesen.
"Yesterday at the Hotel Montfleury, Henry, already up, complains he hasn't slept well. And he continous to grumble: "I have no gift a s a speaker. Talking doesn't come easy to me. So I'm always hesitant to express myself 'live', especially in French. I mumble. I always feel inferior to that other self who expresses himself im my writings. And, on most questions, I've already replied better in my books. This will probably be my last broadcast on TV.""
(Chapter 9 - Tuesday, May 10, 1960)

Dienstag, 29. Juni 2010

... über das Schreiben

"Ich gehe beim Schreiben nicht über meine Arbeit, wie es der peinlich sorgfältige Fraenkel mit seinen Zeichnungen tut, sondern ich erobere immer wieder neuen Boden, bis ich die Ebene des exakten Ausdrucks erreicht habe; ich lasse alles Tasten und Probieren sein, führe es aber in einer Art spiralförmiger Umschreibung aufwärts, bis es zu einem soliden Unterbau oder einem Gerüst geworden ist, je nachdem. Und dies ist, fällt mir auf, genau das Ritual des Lebens, wie es ein Mensch praktiziert, der sich entwickelt. Er kehrt, bildlich gesprochen, nicht zurück, um seine Irrtümer und Fehler zu korrigieren; er transponiert sie, konvertiert sie zu Tugenden. Er macht Flügel aus seinen toten Larvenhüllen."
Henry Miller - Malen ist Lieben

Und hier geht es zu meinem Portrait von Henry Miller. Eine kleine Lobpreisung sozusagen. Ob es ihm gefallen würde?