Mittwoch, 30. April 2014

Peter Wawerzinek

Aufgrund meiner Liebe zum Meer (s.a. meine Gedichte Meereszyklus) hier nun eine Textstelle von Peter Wawerzinek, die mir sehr gut gefällt.
"Meine Haut war vom Sand blankgerieben. In meinen Knochen rauschte das Meer. Meine Hände waren auf dem Rücken gerifft. Hinter der Ohren wuchs mir türkises Moos. Meine Lippen schmeckten nach Salz. Meine Füße gingen im Schaum. Die Gischt war bisweilen wie Eigelb getönt. Ich trug die Wolken als Schmuck auf dem Kopf. Mein war der Sterne Wimmern. Mir galt der totenstille Teil der Nacht. Ich vernahm die Schreie der Versunkenen aus der Meerestiefe. Ich hielt gestrandete Quallen in meinen Armen und wiegte sie in den ewigen Schlaf. Das Böse schlug wie Wellen auf mich ein und glitt mir wie Wasser den Buckel herunter."

aus: Peter Wawerzinek - Das Kind das ich war