Dienstag, 1. März 2011

Ein sehr kleiner Raum

Am Ende verschlägt es uns in einen sehr
kleinen Raum, für Sätze, Herzschlag, Gebärde
zu eng. Wenn Raum so heranrückt, ist von Zeit
nichts mehr zu hören. Jetzt nicht loslassen in diesem
Würgegriff, wer zwischen erdigen Decken zu Hause ist,
kann ruhig ersticken. Das Ungeschehbare fängt an, sich
zu vollziehen; Beklemmung, Atemnot
verkehren sich. Im strahlenden Schwarz folgt
ein unendliches Ausdehnen, ohne Körper kann
man wahrhaftig heimkehren. So wie aus einer Schar von
Vögeln sich das Schwärmen löst, sich aus der größt-
möglichen Verdichtung das Gedicht hervorwindet
und Vers wird, so wie in Erde, so wie Luft.

Anna Enquist - Ein neuer Abschied

1 Kommentar:

versus hat gesagt…

Très beau poème, comme une expansion poétique au monde !