Montag, 29. November 2010

Cesare Pavese - Dichtung ...

"Dichtung tut nichts anderes, als dem Leben unsterbliches Dasein zu verleihen, und darum sind sie, die Werke der Dichtkunst, das Konzentrat von Zeitaltern, die darin lebendig aufbewahrt sind: lebendig, das ist das große Wort, das ich unter viel Mühe und häufigem Verzagen gefunden habe."
Cesare Pavese - Ein Leben im Spiegel der Briefe (1925-1935)

Samstag, 20. November 2010

Buchvorstellung 07 - Gunter Geltinger: Mensch Engel


Manchmal streife ich einfach durch die Bibliothek und nehme das eine oder andere Buch, das mir aus irgendeinem Grund auffällt in die Hand. So auch geschehen bei diesem Buch, worüber ich sehr froh bin, denn seit langem einmal wieder war ich richtig gepackt und etwas wehmütig als ich das Buch dann ausgelesen hatte.
Fasziniert hat mich zum einen die Sprache, die verschiedenen Ebenen, die sich immer wieder umkreisen, aber letztlich am meisten die Hauptfigur Engel und ihr innewohnender Schmerz; der Versuch des Ankommens in der Welt (so mit meinen Worten), des Seins innerhalb (s)einer Biografie, der letztlich sowohl gelingt als auch scheitert - ja nachdem, was man unter Biografie so verstehen mag. Ähnlich ist es mit einer Beschreibung hier - was sagt sie letztlich aus? - also am besten selber lesen und auf sich wirken lassen.
"...einfach hinterher und hinein in eine neues, anderes, vielleicht besseres Leben, in eine neue, andere, bessere, von ihm, Engel, mit weniger Fluchtversuchen und Trennungsszenen und Redeboykotten, dafür mit mehr Herzenswärme und Mitgefühl und Aufmerksamkeit gelebte so genannte Liebesbeziehung, in de rich Liebe, denkt er, dieses heikle, unhaltbare, immer nur im Konjunktiv, also in der Möglichkeitsform zu denkende, zu schreibende, zu fühlende Wort frei aussprechen und nicht nur aussprechen, sondern tatsächlich auch leben könnte als Folge und Ausdruck einer selbsterklärenden, sich selbst ernährenden Liebesbeziehung, in der ich Herzenswärme nicht empfände, sondern empfinde, Mitgefühl nicht hätte, sondern habe, Aufmerksamkeit nicht entgegenbrächte, sondern -bringe, in der ich sogar das Geschirr abräume und die Lichter hinter mir ausknipse und die Blumen gieße, nicht gösse."
Und hier noch der Link zur Literarischen Woche Bremen, wo einige Interviews/Podcasts mit Herrn Geltinger zu finden sind (siehe Ausgabe 4,5 und 6).

Freitag, 5. November 2010

kopftraumalose

sie ziehen entlang an bordsteinkanten
in deren dreckdurchzogenen furchen sie neue spuren sehen

rote blätter rauschen
der himmel kalt und klar

im rinnsteingitter klebt der tagesteil
als feuchte druckerschwärze

menschen ohne kopf gesehen
auf einer zeile klein dem abgrund nah

kopftraumalose
rennen nun wo andere stehn

menschen ohne kopf gesehen
die roten Blätter rauschen

manch schatten gleitet unbemerkt einher
in einer welt die wogt und bebt und hin und her

kopftraumaloses gedankenmeer

NHF - 2002/2010

Mittwoch, 3. November 2010

Arno Grün ...

zitiert Henry Miller:
"Wir sind so ‚gesund‘, daß, würden wir uns selbst auf der Straße begegnen, wir uns nicht erkennen würden, weil uns ein Selbst gegenübersteht, das uns Angst macht."
Arno Grün - Der Fremde in uns