Montag, 31. Mai 2010

unter der Oberfläche

ganz nah
unter der oberfläche
treibe ich

streife
mit der nasenspitze
den türkisfarbenen meeressaum

sehe
den himmel fern
die welt ganz nah

im ohr das kräuseln der wellen
das klakkern der muscheln
das prasseln der sandkörner
am nahen meeresgrund

ziehe
durch den kristallinen schleier
der die welt von meiner trennt

zeichne
feine linien
in die wiegende see

während
transparentblaue schatten
unermüdlich auf mir spielen

manchmal
ein sonnenstrahl
die lippen berührt
eine welle
dem strand zurollt

und wieder das kräuseln der wellen
das klakkern der muscheln
das prasseln der sandkörner
am nahen meeresgrund

ganz nah
unter der oberfläche
treibe ich

NHF-2003

Sonntag, 30. Mai 2010

Innenansicht

Wie ich finde ein sehr lesenswertes Buch!

"… plumps! mein gehirn platscht aus meinem kopf! ich bin kein bißchen erstaunt, nicht im geringsten schockiert! ich besichtige meine granulationes arachnoidales und die verzweigung der a. meningea media. eine köstliche indiskretion!"

Gerhard Roth - aus: Die Autobiographie des Albert Einstein

Freitag, 28. Mai 2010

Meerestränen

das meer ist unruhig
schlägt seine finger mir zu
schmettert sein lied mir entgegen

dichtwabbernde dunstnebelzüge
gespickt mit gläsernen meerestropfen
ziehen die Klippe entlang zu mir hinauf

schmirgeln mich
zur knochensubstanz

NHF-2003

Donnerstag, 27. Mai 2010

Einstieg mit Proust

Nachdem ich meinen alten Blog nicht-gerade-fremd-artig erst mal eingeschmolzen habe und komplett umbauen werde, eröffne ich nun das Literaturhörnchen, um eigene Gedichte, aber auch diejenigen anderer Autoren und Autorinnen, Textauszüge meiner Lieblinge, Buchvorstellungen, diverse Listen und Übersichten, Verbindungen zwischen Literatur und Kunst und einiges mehr, vorstellen zu können.

Nach all den Vorarbeiten aber nun die Frage: Womit fange ich eigentlich an?

grübel, grübel, grübel

Ich entscheide mich für einen Textauszug von Proust als Einstimmung.

"In Wirklichkeit ist jeder Leser, wenn er liest, eigentlich der Leser seiner selbst. Das Werk des Schriftstellers ist lediglich eine Art von optischem Instrument, das der Autor dem Leser reicht, damit er erkennen möge, was er in sich selbst vielleicht sonst nicht hätte sehen können."

Marcel Proust – aus: Die wiedergefundene Zeit